Swiss Wheely Open 2026
Bei der sechsten Durchführung des Swiss Wheely Open 2026 in Nottwil war die Schweiz mit einer grossen Delegation vertreten. Sie bestand aus Hanspeter Matzinger (Coach), Alfred Rickenbach (Coach), Urs Kläger (G), Mario Grab, Ken Gruber, Fabian Schmid, Stefan Bill, Remo Truniger, Benjamin Scheiwiller, Stefano Costa (G), Nick Wehrli, Fàbio Rosa, Giorgio dal Monte (C) und Sarina Böhi.
Das Turnier eröffnete die Schweiz am Donnerstagmorgen gegen die USA. Der Gast aus Übersee war klarer Aussenseiter und so war das Ziel klar: ein Sieg musste her, um die erste gute Grundlage für den weiteren Turnierverlauf zu legen.
Mit diesem Mindset starteten die Schweizer auch ins Spiel und lagen schon nach nur etwas mehr als 20 Sekunden 1:0 in Front. Die Schweiz machte weiter Druck, hatte das Spiel mit wenigen Ausnahmen nach Kontern im Griff und erledigte den Job souverän mit 5:0. Herauszuheben gilt es Nick, welcher mit dem Durchspielen der zweiten Hälfte seinen Einstand auf internationalem Parkett feierte und seine Aufgabe in der Verteidigung ruhig und sicher erledigte.
Das zweite Spiel stand gegen Kanada an. Auch da war die Ausgangslage die gleiche wie im ersten Spiel. Die drei Punkte für einen erfolgreichen Turnierverlauf waren budgetiert. Das Heimteam legte dann auch einen Raketenstart hin und schoss in den ersten 5 Minuten sagenhafte vier Tore. Das war zwar schön aber durch das Gefühl der Sicherheit und Rotationen im Schweizer Team ging die Konzentration etwas verloren. Die Kanadier*innen kamen besser ins Spiel, standen etwas höher, machten etwas mehr Druck und trafen mit etwas Glück 2x ins Netz. Zur allgemeinen Beruhigung kam dann doch noch das fünfte Tor des Schweizer Teams und stellte die komfortable Tordifferenz wieder her. Ein glanzloser Sieg, aber auch diese braucht es auf dem Weg nach oben.
Der zweite Tag startete am frühen Morgen um 8.30 Uhr gegen Tschechien. Will die Schweiz den Gruppensieg, dann mussten die Tschechen besiegt werden. Die Schweiz startete konzentriert und kontrolliert ins Spiel, konnte sich einige Chancen erarbeiten. Leider mangelte es etwas an der Chancenauswertung. Knapp drei Minuten vor Schluss der ersten Hälfte konnte Giorgio mit einem Vollsprint und dem Umfahren des tschechischen Torwarts das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0 erzielen. Nach der Pause glich Tschechien schnell aus und gewann etwas die Überhand. Daraus resultierte dann auch das 2:1 für die Gäste. Der weitere Spielverlauf war relativ ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Etwas Zählbares schaute aber nicht mehr heraus und es blieb bis zum Schluss bei diesem Resultat.
Somit war der Viertelfinalgegner der Schweiz klar. Man spielt um 11:30 Uhr gegen Belgien.
Die Platzierungsspiele dauern nun 3x15 Minuten, was bedeutete, dass die Kräfte gut eingeteilt werden mussten. Die Belgier bestechen vor allem durch zwei offensiv starke Spieler mit gutem Ballhandling und enormer Reichweite. Das oberste Gebot war also, den Spielradius der beiden möglichst einzudämmen und gleichzeitig das eigene Spiel durchzuziehen. Dies gelang zu Beginn der Partie sehr gut und so konnten die Schweizer 2:0 in Führung gehen. Leider konnte man den Druck nicht konstant so hoch halten und die Belgier kamen wieder auf 2:2 heran. Die Schweiz blieb ruhig, fand wieder zum eigenen Spiel und konnte wieder auf 3:2 erhöhen. Leider liess man Belgien aber wieder auf 3:3 herankommen. Danach war das zweite Drittel zu Ende. Nun hiess es, trotz Rückstand ruhig zu bleiben, das eigene Spielkonzept nicht zu verlieren und die Torchancen zu nutzen. In der Hälfte des dritten Drittels gelang dann das erlösende 4:3. Es wurde zwar noch brenzliger als erhofft, doch die Schweiz rettete den Vorsprung über die Zeit. Damit war klar: das Halbfinal am Samstag heisst Niederlande - Schweiz.
Gestartet war die Schweiz ruhig und sicher aus der Defensive. Doch nach drei Minuten gab es von der rechten Seite einen Freischlag für die Oranje, welcher sie direkt verwerteten. Man kämpfte weiter, musste in der Defensive arbeiten, kam wieder besser ins Spiel und Stefan Bill konnte vor dem Tor ins linke obere Eck einnetzen. Alles wieder offen. Mitte des zweiten Drittels verlor die Schweiz das Konzept und die Niederlande schoss innerhalb von nicht einmal einer Minute drei Tore. Somit war die Ausgangslage, den Heimfinal zu erreichen, natürlich etwas in die Ferne gerückt. Man fing sich dann wieder, kassierte aber noch das fünfte Gegentor. Nun veränderte sich die Ausgangslage natürlich und die Schweiz musste die Defensive öffnen und den Druck nach vorne erhöhen. Nun spielte es keine Rolle, ob man nochmals in den Konter läuft und die Schweizer doppelten die Verteidiger der Holländer kontinuierlich und machten Druck. Man konnte noch einige Chancen kreieren aber der Ball sprang nicht für die Gastgeber. Das Spiel endete klar mit 6:1 für Holland
Im Spiel um Platz 3 trifft die Schweiz nochmals auf Tschechien und das Ziel ist, sich für die Gruppenspiel-Niederlage zu revanchieren.
Das Spiel startete für die Schweiz perfekt. Bereits nach einer Minute führten die Schweizer mit 1:0. Nach etwas mehr als zwei Spielminuten zeigte das Scoreboard jedoch schon wieder ein 1:1-Unentschieden und wiederum nur 2 Minuten später führte Tschechien mit zwei zu eins. Nun hiess es, keine Erinnerungen gegen die Niederlande im vorherigen Spiel aufkommen zu lassen, nicht einzubrechen und sich nicht wieder in kürzester Zeit mehrere Tore einzufangen. Das Mindset war bei der Schweiz aber da und die Rotweissen wussten, dass das Spielsystem grundsätzlich stimmte. Der Ausgleich kam knapp vier Minuten später doch fast wie bei „täglich grüsst das Murmeltier“ kassierte man abermals das 3:2. Im zweiten Drittel hiess es, die Nerven zu behalten, denn trotz intensiver Einsätze beider Teams blieb der Spielstand während den nächsten 15 Minuten gleich. Im dritten Drittel ging es hin und hier, beide Teams hätten noch Tore erzielen können, nur die Schweiz traf aber sieben Minuten vor Schluss zum 3:3-Ausgleich. Es kam, wie es kommen musste und es ging - wie schon in gefühlt allen früheren Turnieren - ins Penaltyschiessen. Nach je 3 Schützen stand es auch hier wieder 1:1 und es ging auch hier in die Verlängerung. Die besseren Nerven hatten dann die Tschechen und sie konnten somit das Spiel um Platz 3 für sich entscheiden. Speziell zu erwähnen, ist der erste Penalty von Mario Grab durch einen atemberaubenden Zorro Move, der den Torhüter regelrecht erstarren liess.
Die Schweiz verpasst somit die Podestplätze ein weiteres Mal knapp aber wie auch schon bei früheren Turnieren angetönt, rücken alle Teams immer näher zueinander und die meisten Spiele des diesjährigen Swiss Wheely Open könnten auch anders ausgehen. Der Sport entwickelt sich und die Nationen pushen sich gegenseitig, immer besser zu werden.
Sieger des SWO 2026 ist die Niederlande, welche das Finale klar mit 5:1 gegen Schweden gewinnen konnten. Nicht nur das, die Oranje gewannen sämtliche Spiele des Turniers und sind somit verdient auf dem ersten Platz. Ein weiteres Highlight war auch, dass Giorgio dal Monte - wie auch beim letzten SWO zwei Jahre zuvor - verdient ins Allstar-Team gewählt wurde. Herzliche Gratulation.
Die Schweiz hat wiederum ein gutes Turnier gezeigt. Herauszuheben gilt es, den guten Teamspirit und wie jede*r „für den oder die andere ging“. Der Traum, eines Tages das Heimturnier zu gewinnen, bleibt weiterhin bestehen und wie man so schön sagt: Vorfreude ist die schönste Freude. Bis dahin muss die Energie und Motivation in den Trainings hoch bleiben, um diese Vorfreude in Zukunft in Ekstase umwandeln zu können.
1. Niederlande
2. Schweden
3. Tschechien
4. Schweiz
5. Belgien
6. USA
7. Frankreich
8. Kanada
